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Patientin mit prallen Brüsten

Was Sie über Silikonimplantate wissen sollten!

Den Wunsch nach einer größeren Brust gibt es schon seit langem. So fand die erste beschriebene Brustvergrößerung 1895 statt. Dabei wurde ein Lipom (gutartiger Fettgeschwulst) transplantiert. Anschließend wurden unterschiedlichste Materialien ausprobiert wie z.B. Polyethylen, Teflon, Polyvinylalkohol oder Paraffin, die sich alle als ungeeignet herausstellten.

Erst 1962 wurde in den USA erstmals ein Silikonimplantat eingesetzt. Obwohl die grundlegende Idee einer festen Silikonhülle und eines weicheren Silikonkerns blieb, dauerte es über 40 Jahre, bis die Implantate so ausgereift waren wie sie es heute sind: dicke Hülle mit glatter, texturierter oder PU-beschichteter Oberfläche mit kohäsivem Silikonkern. Es wurden auch Versuche unternommen, den Silikonkern durch andere Materialien zu ersetzen, wie z.B. PVP, Hydrogel oder Sojaöl. Allerdings wurden diese aufgrund diverser Nachteile wieder vom Markt genomme

Glückliche Patientin nach einer Schönheitsoperation

Welche Größen gibt es bei Silikonimplantaten?

Die Volumina von Silikonimplantaten sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und werden zwischen 50 und 1000 ml angeboten. Sehr große Implantate sind allerdings nicht zu empfehlen, da durch das Gewicht langfristig negative Folgen, wie z.B. Nackenschmerzen, auftreten können. Diese werden zum Glück auch kaum angefragt. Viele Patientinnen haben eine sehr realistische Vorstellung und wünschen sich eine natürliche Brustform und -größe. Die im Alltag gebräuchlichen Größen sind moderat und bewegen sich etwa zwischen 300 und 350 ml. Der Trend geht allerdings nach oben. So waren die üblichen Größen vor 10-20 Jahren etwas kleiner und lagen bei 200 bis 250 ml. Interessanterweise sind in anderen Ländern, wie z.B. USA oder Brasilien, in denen Brustvergrößerungen gesellschaftsfähiger sind, die Volumina größer. In meinem Beratungsgespräch haben Patientinnen die Möglichkeit, externe Sizer anzuprobieren. So bekommen Patientinnen eine gute Vorstellung davon, wieviel Volumen welche Vergrößerung bewirkt. Darüber hinaus besteht bei mir die Möglichkeit eine 3D-Simulation mit unterschiedlichen Implantatgrößen und -formen zu erstellen. So kann der Wunsch noch besser visualisiert werden, so dass Patientinnen nach der Brustvergrößerung noch zufriedener sind, weil das Ergebnis ihren Vorstellungen entspricht.

Wie lange sind Silikonimplantate haltbar?

Die neueste Generation der Silikonimplantate mit fester Silikonhülle und dem kohäsiven Silikonkern ist sehr robust und hält deutlich länger als früher. Dennoch sollten Patientinnen nicht davon ausgehen, dass die Brustimplantate lebenslang halten. Dies liegt daran, dass Brustvergrößerungen meist im Alter von 20 bis 40 Jahren durchgeführt werden. Bei der heutigen Lebenserwartung müssten die Implantate demnach 50-70 Jahre halten. Dies ist nach heutigem technischem Stand nicht möglich. Patientinnen können davon ausgehen, dass erneute Operationen im Laufe ihres Lebens notwendig sind. Im Schnitt ist dies etwa nach 15 Jahren der Fall. Diese Zahl sollte allerdings nicht als ein Austauschintervall verstanden werden. Solange keine Probleme mit den Implantaten auftreten, besteht keine Notwendigkeit für eine Implantatentfernung. Ich empfehle meinen Patientinnen eine MRT-Untersuchung (Magentresonanztomographie, Kernspintomographie) 3 Jahre nach der OP und danach alle 2 Jahre, um eine Implantatruptur auszuschließen.

Patientin mit schönem Dekolleté

Wann müssen Silikonimplantate ausgetauscht werden?

In der Frühphase kann eine Infektion die Entfernung der Implantate notwendig machen. Dies ist jedoch sehr selten. In der Spätphase besteht die medizinische Indikation für eine Entfernung der Implantate bei einer Ruptur der Implantate. Andere Gründe können sein, dass es zu einer Verhärtung der Brust, Fehlstellung der Brustimplantate oder Formveränderung der Brust gekommen ist. Ein weiterer Grund kann aber auch sein, dass Patientinnen schlichtweg mit der Größe nicht mehr zufrieden sind und sich eine größere oder kleinere Brust wünschen. Die Erfahrung zeigt, dass die allermeisten Patientinnen mit den Resultaten so zufrieden waren, dass sie sich nicht für eine komplette Entfernung entscheiden, sondern für neue Brustimplantate.

Was für Brustimplantate gibt es?

Seit den 1960ern hat sich viel in der Entwicklung der Brustimplantate getan und es haben sich Implantate mit bestimmten Merkmalen durchgesetzt. Als Füllmaterial stehen Silikon und Kochsalzlösung zur Verfügung. Kochsalzlösung ist eher in den USA verbreitet, weil Silikonimplantate in den 1990ern in Verdacht gerieten, Brustkrebs und Autoimmunerkrankungen zu begünstigen. So wurde in den USA die Nutzung der Silikonimplantate zwischen 1992 und 2006 bis auf einige Indikationen freiwillig ausgesetzt. Nachdem diese Bedenken gegen Silikonimplantate durch zahlreiche Studien nicht bestätigt werden konnten, werden die Silikonimplantate auch in den USA seit über 10 Jahren wieder vermehrt eingesetzt. In Europa wurden Silikonimplantate in dieser Zeit weiter verwendet und Silikon ist auch das am häufigsten benutzte Füllmaterial. Bei der Form kann man zwischen runden und anatomischen Implantaten unterscheiden. Runde Implantate haben die höchste Projektion (Erhebung) in der Mitte, wohingegen die anatomischen Implantate die Brustform nachbilden und ihre Projektion eher im unteren Bereich liegt. Betrachtet man aber nach der Operation den Unterschied zwischen runden und anatomischen Implantaten, dann sind diese nicht eindeutig voneinander unterscheidbar. Hierzu wurden viele Studien auch mit Operateuren durchgeführt, welche die Form der Implantate bei Patientinnen nicht bestimmen konnten. Bei den Brustimplantaten gibt es 3 unterschiedliche Oberflächen: glatt, texturiert und Polyurethan (PU)-beschichtet. Die PU-Implantate gerieten in den 1970ern in den Verdacht Krebs zu erzeugen. Das konnte allerdings für Menschen nicht nachgewiesen werden und auch die amerikanische FDA (food and drug administration) beziffert das mögliche Krebsrisiko auf unter 1 zu 1 Million. Die Vorteile bei den PU-Implantaten sind die geringe Kapselfibroserate und die überlegenen mechanischen Eigenschaften.

Was halten Silikonimplantate aus?

Die heutigen Implantate sind sehr robust und lange haltbar. So testet z.B. die Firma Polytech ihre Implantate auf Belastbarkeit und auf Ermüdung. Dabei wird die dynamische Belastung der Brustimplantate beim Joggen simuliert. Vorgeschrieben sind 2 Millionen Zyklen, was einer wöchentlichen Laufstrecke von 10 km über einen Zeitraum von 10 Jahren entspricht. Die Firma testet die Implantate mit bis zu 36 Millionen Zyklen, was einer wöchentlichen Laufstrecke von 180 km über 10 Jahre entspricht. Zudem gibt es einen Elongationstest. Hierbei wird die maximale Dehnbarkeit überprüft. Die Firma Polytech gibt für die Hüllen eine Dehnbarkeit von 950 %, bei einer vorgegebenen Norm von 450 %, an. Auch ist das Fliegen mit den Silikonimplantaten kein Problem. Es gibt kein Implantatverbot für Pilotinnen oder Flugbegleiterinnen. Es gibt sogar ein Gerichtsurteil in Deutschland von 2016, welches einer Polizistin mit Brustimplantaten erlaubt, weiter als Polizistin zu arbeiten.

Was sind die besten Silikonimplantate?

Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Es existiert kein Zentralregister, welches die Daten sammelt und auswertet. Außerdem ist es sehr schwierig alle individuellen Merkmale von Patientinnen zu erheben und über mehrere Jahre hinweg zu verfolgen. Das Problem ist auch, dass nicht klar ist, welche Daten der Patientinnen in welcher Gewichtung einfließen müssen. Deshalb ist die Datenlage in der Medizin häufig nicht eindeutig.

Welche Silikonimplantate sind gefährlich?

Es gibt keine „guten“ oder „schlechten“ Implantate. Allerdings gibt es in jeder Branche ein paar schwarze Schafe, welche die gesamte Branche in Verruf bringen können. So war es vor einigen Jahren bei den Brustimplantaten die französische Firma PIP, die anstelle von medizinischem Silikon Industriesilikon verwendet und viele Frauen verunsichert hat.

Wie werden Silikonimplantate eingesetzt?

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Zugang kann über die Achselhöhle, den Warzenhof oder die Brustfalte erfolgen. Auch die Lage der Implantate kann unterschiedlich sein: unter oder über dem Muskel. Manche Chirurgen setzen Implantate auch unter der Muskelfaszie. Welcher Zugangsweg und welche Implantatlage geeignet ist, hängt von der individuellen Voraussetzung und dem Wunsch der Patientin ab.

Wieviel kosten Silikonimplantate?

Wie bei allen Produkten gibt es auch bei Brustimplantaten unterschiedliche Preise. Bei den billigen Implantaten sollte man allerdings vorsichtig sein. Um einen günstigen Preis anbieten zu können, müssen diese Anbieter an ihren Kosten sparen. Dies geschieht oft zu Lasten der Qualität. Auf der sicheren Seite sind Patientinnen bei den großen Firmen auf dem Markt wie z.B. Mentor, Allergan und Polytech. Hier kostet ein Implantat zwischen 400 und fast 700 €, so dass für eine Brustvergrößerung allein für das Material Kosten von über 1600 € inklusive Mehrwertsteuer anfallen können.

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